Zitat 17.10. 2020

„Folge nie der Menge, nur weil du Angst hast, anders zu sein.“

  Margaret Thatcher

„Jede Frau, die versteht einen Haushalt zu führen, wird dem Verständnis des Problems, ein Land zu führen, näher sein.“

  Margaret Thatcher

Zitat : 04.07.2018

Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen, ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.
(J.W. Goethe)

Die kleinen Alltagsleistungen setzen viel mehr Energie in die Welt, als die seltenen heroischen Taten.
(Robert Musil)

Welle : Erdball : Sternenkind

Das Sternenkind
Ich schaue hinauf in das Sternenall und sende dir mein Notsignal.
Denn jede Frau auf dieser Welt ist nicht mehr meine Liebe wert.

Ich rufe dich!

So warte ich schon mein Leben lang, fange bald zu resignieren an.
Liebe dich wie dich keine Anderer liebt.
Ich weiß genau, dass es dich gibt.

Ich rufe dich, mein Sternenkind.
Ich bin allein auf dieser Welt, die sich noch dreht und doch versinkt.
Ich rufe dich, mein Sternenkind.

So nimm mich mit auf deinen Stern.
Du bist mir nah und doch so fern.
Gib mir dein Herz und ich dir meins und unsere Seelen werden eins.

Ich rufe dich, mein Sternenkind.
Ich bin allein auf dieser Welt.
Denn meine Zeit für mich verrinnt.
Ich rufe dich, mein Sternen kind.

Category: Mix

Zitat 29.06.2018

„Du kannst mich anketten, du kannst mich foltern, du kannst sogar diesen Körper zerstören, doch du wirst nie meinen Geist einsperren.“ -Mahatma Gandhi

Bertholt Brecht – Resulotion der Kommunarden

Resolution der Kommunarden
1. In Erwägung unserer Schwäche machtet ihr Gesetze, die uns knechten soll’n
die Gesetze seien künftig nicht beachtet in Erwägung, daß wir nicht mehr Knecht sein woll’n.

Refrain: In Erwägung, daß ihr uns dann eben mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben mehr zu fürchten als den Tod.

2. In Erwägung, daß wir hungrig bleiben wenn wir dulden, daß ihr uns bestehlt
wollen wir mal feststell’n, daß nur Fensterscheiben uns vom Brote trennen, das uns fehlt.

3. In Erwägung, daß da Häuser stehen während ihr uns ohne Bleibe laßt
haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen weil es uns in uns’ren Löchern nicht mehr paßt.

4. In Erwägung, es gibt zuviel Kohlen während es uns ohne Kohlen friert
haben wir beschlossen, sie uns jetzt zu holen in Erwägung, daß es uns dann warm sein wird.

5. In Erwägung, es will euch nicht glücken uns zu schaffen einen guten Lohn
übernehmen wir jetzt selber die Fabriken in Erwägung, ohne euch reicht’s für uns schon.

6. In Erwägung, daß wir der Regierung was sie immer auch verspricht, nicht trau’n
haben wir beschlossen, unter eig’ner Führung uns nunmehr ein gutes Leben aufzubau’n .

In Erwägung, ihr hört auf Kanonen and’re Sprachen könnt ihr nicht versteh’n
müssen wir dann eben, ja das wird sich lohnen die Kanonen auf euch dreh’n!

where the wild roses grow – Nick Cave & Kylie Minouge

They call me ‚The Wild Rose‘
But my name was Elisa Day
Why they call me it, I do not know
For my name was Elisa Day
From the first day I saw her, I knew she was the one
She stared in my eyes and smiled
For her lips were the color of the roses
That grew down the river, all bloody and wild
When he knocked on my door and entered the room
My trembling subsided in his sure embrace
He would be my first man and with a careful hand
He wiped at the tears that ran down my face
They call me ‚The Wild Rose‘
But my name was Elisa Day
Why they call me that, I do not know
For my name was Elisa Day

On the second day, I brought her a flower
She was more beautiful than any woman I’ve seen
I said, „Do you know where the wild roses grow
So sweet and scarlet and free?“
On the second day, he came with a single red rose
He said, „Give me your loss and your sorrow“
I nodded my head, as I lay on the bed
„If I show you the roses, will you follow?“
They call me ‚The Wild Rose‘
But my name was Elisa Day
Why they call me that, I do not know
For my name was Elisa Day
On the third day, he took me to the river
He showed me the roses and we kissed
And the last thing I heard was a muttered word
As he knelt above me with a rock in his fist
On the last day, I took her where the wild roses grow
She lay on the bank, the wind light as a thief
And I kissed her goodbye, said, „All beauty must die“
And I lent down and planted a rose between her teeth
They call me ‚The Wild Rose‘
But my name was Elisa Day
Why they call me it, I do not know
For my name was Elisa Day
My name was Elisa Day
For my name was Elisa Day

Category: Mix

Zaunpfahl – Liselotte Meyer

Lilo Meier Songtext
Frau Liselotte Meier aus der Rosenstrasse 8
Die ist Samstag Nacht um 3 Uhr früh erwacht
Da hörte sie „Sieg Heil“ und „Ausländer raus“
Das schien als wäre das Ganze in der Nähe von ihrem Haus

Frau Meier ist erschrocken, traut ihren Ohren kaum
Und denkt das ist doch hoffentlich nur ein böser Traum
Da kneift sie sich ins Ohr, geht zum Fenster und sie sieht
Da steht doch was in Flammen, eine Gruppe Männer flieht

Frau Meier denkt nicht nach, sie macht so schnell sie kann
Sie zieht sich ihre Jeans und den Kapuzenpulli an
Mit Feuerlöscher unterm Arm, so rennt sie aus dem Haus
Mit anderen zusammen kriegt sie das Feuer schließlich aus

Liselotte Meier, sie ist alt
Aber gemein!

So weit, so gut, so schlecht, die Flammen sind gelöscht
Doch die Schweine, die das waren, die haben sie nicht erwischt
Der Anschlag galt den Flüchtlingen, die hier erst mal wohnen
Denn in ihrem Land ist Krieg, darum sind sie von da geflohen

Frau Meier und die Anderen, sie reden hin und her
Mit Englisch geht’s ein bisschen, die Verständigung ist schwer
Sie planen dann noch eine Anti-Nazi-Front
„My Name is Liselotte and ick help you if you want!“

(Jaja,) sie trinken noch nen Kaffee und sie reden allerlei
Nach einer guten Stunde kommt auch schon die Polizei
„Hallo Ihr Bullen“ sagt Frau Meier „Das ging jetzt aber fix
Nur, ihr könnt gleich wieder fahren, von euch erwarten wir hier nix!“

Liselotte Meier, sie ist alt
Aber gemein!

Die Bullen sind verdattert, aber gehen schließlich weg
Die Flüchtlinge sind irritiert und fragen nach dem Zweck
„Jaja“ sagt dann Frau Meier „Diese Bullen das merkt euch gleich
Die schützen nur die Reichen und nicht solche wie euch“

But you an me together we are friends and so we move
We take some Gehwegplatten and we put it on your roof
Und wenn die Nazis wiederkommen, wenn die sich wirklich trauen
Dann kriegen die von oben und dann werden die was staunen

Frau Meier selbst die hat noch in der gleichen Nacht
Einen alten Fahrradschlauch an ihr Fensterkreuz gemacht
Und Pflastersteine deponiert, sie sagt das muss jetzt sein
Das ist die Super-Zwille ich bin alt aber gemein!

Liselotte Meier, sie ist alt
Aber gemein!
Aber gemein!

Ja ja ja ja

Category: Mix

Barbara Schöneberger – Männer muss man loben

Toll, Du hast allein nach Haus gefunden
Wie schön, Du kommst zu spät nur 2-3 Stunden Du bist,
auch noch nicht all zu sehr betrunken
und Danke für die Blumen von der Tanke Danke Danke Respekt,
du hast fast alle Lebensmittel
Es fehlt, von meiner Liste nur 1/3 Genial,
du hast nur eine Milch verschüttet
und Danke für die Blumen von der Tanke Danke Danke
Du bist mein Held, mein Sexsymbol mein wilder Hengst mein Ruhepol
Auch wenn dein leicht ergrautes Haar nicht mehr so voll ist ich finde,
dass du uneingeschränkt toll bist Männer muss man loben dann bleiben sie stark dann bleiben sie oben WOW,
du bist im Bett der aller schnellste
Sofort, danach ins tiefste Koma fällst du
Hey, fast alle Schnarchrekorde hällst du und danke für die Blumen von der Tanke
Danke Danke Hurra, das ganze Bad ist ja noch trocken
Ein Traum, du trägst zwei gleichfarbige Socken
Du sagst, ich hab Dich lieb ohne zu stocken und danke für die Blumen von der Tanke
Danke Danke Du bist mein Held, mein Sexsymbol
mein wilder Hengst mein Ruhepol auch wenn dein leicht ergrautes Haar nicht mehr so voll ist ich finde,
dass du uneingeschränkt toll bist Männer muss man loben dann bleiben sie stark dann bleiben sie oben
Auch wenn dein leicht ergrautes Haar nicht mehr so voll ist ich finde,
dass du uneingeschränkt toll bist Männer muss man loben dann bleiben sie stark dann bleiben sie oben

Category: Mix

ASP – und wir tanzten (ungeschickte Liebesbriefe)

Und wir tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe)

Und wir tanzten im Schnee vergangenes Jahr
Der Mond funkelte sanft in Deinem Haar
Und es tut auch kaum mehr weh
wenn ich alles vor mir seh
als ob es letzte Nacht gewesen, sternenklar
Deine Haut und Stolz bleibt mir schon lang nicht mehr
Ich gäbe alles für ein Zaubermittel her
Eins das dich mich lieben macht
Länger als nur eine Nacht
Doch meine Arme und die Nächte bleiben leer
Nur dieses eine mal noch schenk mir Kraft für einen neuen Tag
Ich stehe nackt und hilflos vor dem Morgen nie war ich so stark
Nur einen Tag noch Kraft und ich reiß alle Mauern um mich ein
Nur wer sich öffnet für den Schmerz läßt auch die Liebe mit hinein
Und wir tanzten im Schnee vergangenes Jahr
Der Mond funkelte sanft in Deinem Haar
Und es tut auch kaum mehr weh
wenn ich alles vor mir seh
als ob’s gestern war und nicht vergangnes Jahr
Will ich es greifen ist es schon nicht mehr da

Niemand war mir jemals ferner und so nah
Nicht mal Stille sagt wie tief
Wie ein ungeschickter Brief
Was zerbrach als ich in Deine Augen sah
Auch dieser Brief bleibt ungeschickt von mir
das schönste Lied schrieb ich nicht auf Papier
Ich schrieb es in Dein Gesicht
mit den Fingern, siehst du nicht
was mein Mund Dir hinterließ
Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
Ich breite meine Arme aus empfange Dich komm an mein Herz
Ich heile Dich laß einfach los und gib mir Deinen ganzen Schmerz
Renn einfach weg, lauf vor mir fort, lebe Dein Leben ohne mich
Wo immer Du auch hingehst wartet meine Liebe schon auf Dich
Und wir tanzten im Schnee vergangenes Jahr
Der Mond funkelte sanft in Deinem Haar
Und es tut auch kaum mehr weh
wenn ich alles vor mir seh
als ob’s gestern war und nicht vergangnes Jahr
Und wir tanzten im Schnee vergangenes Jahr
Der Mond schien so sanft in Deinem Haar
Wenn Du mich nicht siehst bin ich
einfach nicht mehr wesentlich
löse mich auf wie Schnee – vom vergangenen Jahr

Category: Mix

Gedicht – O Captain! My Captain!

Gedicht by Walt Whitman (In Gedenken an Abraham Lincoln)

 

 

O Captain! my Captain! our fearful trip is done;
The ship has weather’d every rack, the prize we sought is won;
The port is near, the bells I hear, the people all exulting,
While follow eyes the steady keel, the vessel grim and daring:
But O heart! heart! heart!
O the bleeding drops of red,
Where on the deck my Captain lies,
Fallen cold and dead.

O Captain! my Captain! rise up and hear the bells;
Rise up—for you the flag is flung—for you the bugle trills;
For you bouquets and ribbon’d wreaths—for you the shores a-crowding;
For you they call, the swaying mass, their eager faces turning;
Here Captain! dear father!
This arm beneath your head;
It is some dream that on the deck,
You’ve fallen cold and dead.

My Captain does not answer, his lips are pale and still;
My father does not feel my arm, he has no pulse nor will;
The ship is anchor’d safe and sound, its voyage closed and done;
From fearful trip, the victor ship, comes in with object won;
Exult, O shores, and ring, O bells!
But I, with mournful tread,
Walk the deck my Captain lies,
Fallen cold and dead.

 

 

 

1984 – Unter falscher Flagge


01 Spiel mir das Lied vom Tod

 

02 Liebesspieler
(Komposition Breiti, Campino und Kuddel Text Campino)

Hey, Heute ist unser Tag,
Alles auf Liebesspieler.
Hey, Heute ist unser Tag,
Alles auf meinen Sieger.

Mein Geld ist knapp,
doch der Tip ist heiß,
die Wetten stehen 10 zu 1.
Auf einmal sind die Pferde auf der Bahn
und schon liegt Liebesspieler vorn.

Hey, Heute ist unser Tag,
Alles auf Liebesspieler.
Hey, Heute ist unser Tag,
Alles auf meinen Sieger.

Nach dem Rennen führ ich Dich erst mal aus
und ich kaufe Dir, was du willst.
Bisher machte ich Dir gar nichts aus,
doch heute bin ich Dein Glückspilz

Hey, Heute ist unser Tag,
Alles auf Liebesspieler.
Hey, Heute ist unser Tag,
Alles auf meinen Sieger.

(Radiosprecher:)
Und so kommen sie in die Zielgerade
Liebesspieler vor Speedking, dahinter Mozartkugel
Liebesspieler, Speedking, Mozartkugel
Liebesspieler fällt zurück
Speedking, Mozartkugel
Speedking, Mozartkugel
Wo ist Liebesspieler?
Speedking gewinnt!

Enttäuscht steh ich allein auf der Bahn.
Denn Du gingst ziemlich schnell nach Haus.
Ich seh mir noch die neusten Renntips an,
und rechne meine Chancen aus.

Scheiße, das war heut nicht mein Tag,
wo war Liebesspieler.
Scheiße, das war heut nicht mein Tag,
wo war mein Sieger.
Scheiße, das war heut nicht mein Tag,
wo war Liebesspieler.

 

03 Letzte Wache
(Text: Frege Musik:v. Holst, Frege, Breitkopf, Meurer)

Letzte Wache

Ich halte Deine Hand,
grau und kalt
liegst Du vor mir da.
Vorbei ist eine Ewigkeit,
vorbei auch aller Streit.
Ich hatte so viele Fragen,
ich wollte Dir noch so viel sagen.

Ooh

Ein schlechtes Gewissen ist alles was mir bleibt,
und Du kannst mir nie mehr verzeihn.

Letzte Wache, ooh
Letzte Wache, ooh
Letzte Wache, ooh
Letzte Wache, ooh

Dein Gastspiel ist hiermit aus,
die vielen Blumen sind morgen alt,
ich geh zur Tür hinaus,
nur die verwesene Luft steigt mir noch nach.

Ooh

Ich hatte so viele Fragen ,
ich wollte Dir noch so viel sagen.

Letzte Wache, ooh
Letzte Wache, ooh
Letzte Wache, ooh
Letzte Wache, ooh
Letzte Wache, ooh
Letzte Wache, ooh

 

04 Der Abt von Andechs
(Text: Trimpop, Frege, Meurer Musik:Trimpop, Frege, Meurer, Breitkopf)

Die heiße Mittagssonne lacht,
als endlich der schwarze Abt erwacht.
Mit schwerem Kopf wankt er über den Hof,
was ist gestern passiert beim Nonnenschwof?

Kann denn Liebe Sünde sein?
ist er das schwarze Schaf
Oh Herr, laß Fünfe gerade sein
Ich weiß, daß ich’s nicht darf.

Schwester Maria ist gerade beim Rosenpflücken,
dabei muß sie sich zu sehr nach vorne bücken;
plötzlich fällt ihm alles wieder ein,
kann denn Liebe Sünde sein?

Kann denn Liebe Sünde sein?
ist er das schwarze Schaf
Oh Herr, laß Fünfe gerade sein
Ich weiß, daß ich’s nicht darf.

Kann denn Liebe Sünde sein?
Kann denn Liebe Sünde sein?
Kann denn Liebe Sünde sein?
Kann denn Liebe Sünde sein?

 

05 Der Mord an Vicky Morgan
(Text: Frege, Meurer Musik: Frege, Trompop, v. Holst, Breitkopf, Meurer)

Sie war die Sex Gespielin vom Weißen Haus,
vor ihr zog mancher seine weiße Weste aus.
Sie war die Domina von Reagans Freundeskreis,
und dafür forderte sie einen hohen Preis.

Der Mord an Vicky Morgan wurde niemals aufgeklärt;
Der Mord an Vicky Morgan war dem Weißen Haus viel wert.
Der Mord an Vicky Morgan wurde niemals aufgeklärt;
Der Mord an Vicky Morgan war dem Weißen Haus viel wert.

Als ihr teuerster Freier an Herpes starb,
wurde Vicky um ihr Erbe gebracht.
Doch sie hatte die Sex-Parties – Gott sei Dank –
für die Nachwelt schon auf Videoband.

Der Mord an Vicky Morgan wurde niemals aufgeklärt;
Der Mord an Vicky Morgan war dem Weißen Haus viel wert.
Der Mord an Vicky Morgan wurde niemals aufgeklärt;
Der Mord an Vicky Morgan war dem Weißen Haus viel wert.

Man fand sie tot in ihrem Bett
ein Baseball-Schläger blutbefleckt.
Der CIA war als erster dort,
und die Videos waren auf einmal fort.

Der Mord an Vicky Morgan wurde niemals aufgeklärt;
Der Mord an Vicky Morgan war dem Weißen Haus viel wert.
Der Mord an Vicky Morgan wurde niemals aufgeklärt;
Der Mord an Vicky Morgan war dem Weißen Haus viel wert.

06 Im Hafen ist Endstation
(Text: Musik:)

Fahles Licht, faules Wasser, Kot
durch den Nebel schimmert ein ……boot

Aus einem Keller stinkt’s nach altem Fisch
Leute starren in jedes fremde Gesicht

Man ist hier nicht sehr gerne gestört
das gilt für jeden der sich hierhin veirrt

Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation

Strandgut für immer angeschwemmt
Die Spreu ist darin vom Weizen getrennt

Der Rum betäubt die größte Qual
Jeder denkt anderen zum Admiral

Alte Männer löschen hier ihre Lust
Und alte Frauen reichen Kindern ihre faltige Brust

Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation

Im Hafen, Im Hafen
Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation
Im Hafen ist Endstation

 

07 Unter falscher Flagge
(Text: Trimpop, Frege, Meurer Musik: Trimpop, Frege, v. Holst, Breitkopf)

Nun irrten die halbtoten Hosen von Durst geplagt
schon seit Wochen auf den 7 Meeren umher.
Orkan und Skorbut hatten die Mannschaft
bis ans Ende ihrer Kräfte gebracht.
Dann endlich am 52sten Tag ihrer Odyssee
tönte es vom Ausguck: „Land in Sicht!“
Vor ihnen lag die Insel ihrer Träume.

Ein rauher Haufen, der sich hier fand;
keiner hat sich je vorher gekannt.
Nun sitzen alle im selben Boot
und kämpfen gemeinsam gegen Durst und Tod.
Durst und Tod, Durst und Tod

Auf der Suche nach der Schnapsinsel
Auf der Suche nach der Schnapsinsel
Aah, Schnapsinsel
Aah, Schnapsinsel

Unter falscher Flagge Kurs Nordnordwest,
zu dritt hielten sie das Steuerrad fest.
Backbord wird ein Schiff gerammt,
der Ausguck hatte es zu spät erkannt.

Auf der Suche nach der Schnapsinsel
Auf der Suche nach der Schnapsinsel
Aah, Schnapsinsel
Aah, Schnapsinsel

Die Fahrt ist zu Ende, ein Leck im Bug,
von Achtern tönt der Enterruf.
Wir lassen die Karre am Straßenrand stehen,
versuchen zu Fuß zur Party zu gehen.

Auf der Suche nach der Schnapsinsel
Auf der Suche nach der Schnapsinsel
Aah, Schnapsinsel
Aah, Schnapsinsel
Aah, Schnapsinsel

08 Sekt oder Selters
(Text: Frege Musik: Trimpop, Frege, v. Holst, Breitkopf, Meurer)
Frisch rasiert und gekämmt,
und ein weißes Hemd…

Du stehst traurig vor dem Altar
und Du sagst für immer: Ja!
Doch Du möchtest sehr gerne fort,
weit weg von diesem Schafott!
Eng wie Handschellen sitzt Dein Ring –
wie schnell Deine schönste Zeit verging.
Du hattest es nie so gemeint
auf einmal ist ihr Bauch aufgekeimt.
Du hast ein langes Gesicht gemacht
und Dein Kegelklub hat laut gelacht.

Nie mehr fremden Mädchen winken,
nie mehr mit den Jungens trinken
aller Sekt wird nur noch Selters sein!

Nie mehr fremden Mädchen winken,
nie mehr mit den Jungens trinken
aller Sekt wird nur noch Selters sein!

Schwiegervater sagt, Du bist kein Mann
er bringt Dich schon auf die rechte Bahn.
Ist die lästige Verwandschaft erst weg
ist es bald Dein Pansen, der Dich quält!
Wie wirst Du diesen Tag noch bereuen,
Du wirst dich niemals wieder freuen!
Sie gibt Dir einen langen, nassen Kuß,
wie Du ihn von heute täglich dulden mußt!

Nie mehr fremden Mädchen winken,
nie mehr mit den Jungens trinken
aller Sekt wird nur noch Selters sein!

Nie mehr fremden Mädchen winken,
nie mehr mit den Jungens trinken
aller Sekt wird nur noch Selters sein!

 

09 Der Schandfleck
(Text: Frege Musik: Frege, v.Holst, Breitkopf)

Ein Kranker reicht Dir seine Hand,
und Du siehst ihn nicht einmal an.
Er ist sogar mit Dir verwandt,
angeekelt denkst Du daran.

Hinter vielen Mauern, hinter Gittern,
durch das Tor kann er allein nicht gehen.
Du hoffst er schafft es nie wieder zurück,
aus den Augen, aus dem Sinn.

Er ist schizophren und deshalb nie allein,
warum solltest Du zu ihm gehn.
Er bewegt sich link und hat ein lahmes Bein,
die Familie möchte das nicht sehen.

Hinter vielen Mauern, hinter Gittern,
durch das Tor kann er allein nicht gehen.
Du hoffst er schafft es nie wieder zurück,
aus den Augen, aus dem Sinn.

Du kannst so schön lachen, es fällt Dir nicht schwer.
Deine Mitmenschen haben Dich gern.
Deinen Schandfleck hast du prima versteckt;
es geht ihm gut, er soll sich nicht beschweren.

Hinter vielen Mauern, hinter Gittern,
durch das Tor kann er allein nicht gehen.
Du hoffst er schafft es nie wieder zurück,
aus den Augen, aus dem Sinn.

Hinter vielen Mauern, hinter Gittern,
durch das Tor kann er allein nicht gehen.
Du hoffst er schafft es nie wieder zurück,
aus den Augen, aus dem Sinn.

 

10 Betrunken im Dienst
(Text: Trimpop, Frege, Meurer Musik:Trimpop, Frege, v.Holst, Breitkopf, Meurer)

Uuhuu, Uuhuu, Uuhuu

Dumpfes Klopfen an der Tür.
Was will man noch so spät von mir?
Draußen steht der Sensenmann,
ich ruf: Ich bin noch gar nicht dran.

Ist es wirklich schon soweit,
muß ich mit ihm gehen?
Viel zu kurz war meine Zeit,
muß ich jetzt schon gehen?

Uuhuu, Uuhuu, Uuhuu

Ich sah, ich hatte keine Chance,
drum ließ ich ihn herein.
Ihm war sehr kalt und er war blaß,
drum schenkte ich ihm ein.

Ist es wirklich schon soweit,
muß ich mit ihm gehen?
Viel zu kurz war meine Zeit,
muß ich jetzt schon gehen?

Uuhuu, Uuhuu, Uuhuu

Seinen Auftrag, den vergaß er schnell,
er trank sehr viel und es wurde hell.
Völlig breit zog er dann ab.
Ich hatte nochmal Glück gehabt.

 

11 Shake Hands
(Text: die Toten Hosen Musik: die Toten Hosen)

Shake Hands, Shake Hands
Dein Herz liebt einen ander’n
Shake Hands, Shake Hands
Drum gebe ich dich frei

Shake Hands, Shake Hands
Mein Herz muß weiterwandern
Shake Hands, Shake Hands
Auf Wiederseh’n, Good Bye

Du gehst gern zum Tanz mit mir
ich darf dich auch mal ficken
Doch du hast in Wahrheit
einen anderen Mann im Sinn

Drum werd‘ ich wohl
in den sauren Apfel beißen müssen
Laß mich von dir geh’n
bevor ich ganz verloren bin

Shake Hands, Shake Hands
Dein Herz liebt einen ander’n
Shake Hands, Shake Hands
Drum gebe ich dich frei

Shake Hands, Shake Hands
Mein Herz muß weiterwandern
Shake Hands, Shake Hands
Auf Wiederseh’n, Good Bye

Überall wohin ich geh‘
seh‘ ich gebrochene Herzen
Erst heißt es: „Ich liebe Dich!“
und dann ist man allein

Mit der Liebe spielt man nicht
sonst gibt es meistens Schmerzen
Und ich glaube das kann nicht
der Sinn der Liebe sein

Shake Hands, Shake Hands
Dein Herz liebt einen ander’n
Shake Hands, Shake Hands
Drum gebe ich dich frei

Shake Hands, Shake Hands
Mein Herz muß weiterwandern
Shake Hands, Shake Hands
Auf Wiederseh’n, Good Bye
Auf Wiederseh’n, Good Bye
Auf Wiederseh’n, Good Bye

 

12 Warten auf Dich
(Text: Frege Musik: v. Holst, Trimpop, Breitkopf, Frege)

Die Schule ist aus,
und die Sonne steht hoch.
Du gehst wie immer nach Haus.
deine Mappe wird schwer,
und die Angst ist groß.
Doch das macht Dir nichts mehr aus.

Durch die Straße Deiner Alpträume,
es geht kein Weg daran vorbei,
Du weißt was Dich erwartet,
es nutzt kein Hilfeschrei.

Sie warten nur auf Dich,
mit einem Lächeln im Gesicht
wollen sie Dich,
sie wollen nur Dich.

Sie warten nur auf Dich,
mit einem Lächeln im Gesicht
wollen sie Dich,
sie wollen nur Dich.

Du beugst dich der Prügel
wie ein Schaf der Schur.
Deine Sachen liegen im Dreck,
irgendwann lassen sie von Dir ab,
bis morgen lassen sie Dich weg.

Die Mutter wartet schon zu Haus:
„Wie siehst Du wieder aus.“
Am Nachmittag gibts Hausarrest.
Du bist in Deinem sichersten Versteck.

Sie warten nur auf Dich,
mit einem Lächeln im Gesicht
wollen sie Dich,
sie wollen nur Dich.

Sie warten nur auf Dich,
mit einem Lächeln im Gesicht
wollen sie Dich,
sie wollen nur Dich.

Du starrst an die Decke,
Du liegst im Bett.
Nie wird man Dich verstehn,
kein Protest der Welt hat Zweck:
Du mußt den Weg wieder gehn.

Sie warten nur auf Dich,
mit einem Lächeln im Gesicht
wollen sie Dich,
sie wollen nur Dich.

Sie warten nur auf Dich,
mit einem Lächeln im Gesicht
wollen sie Dich,
sie wollen nur Dich.

Sie warten nur auf Dich,
mit einem Lächeln im Gesicht
wollen sie Dich,
sie wollen nur Dich.

 

13 Im Hafen ist Endstation 2

Simple Plan – Anywhere Else But Here

Songwriter: CHARLES-ANDRE COMEAU,MICHAEL ANTHONY WARREN,PIERRE BOUVIER, 2011

 

I’m staring at the clock
I’m wondering why I’m still here
(yeah)
And my head’s about to pop
Thinking that you best stay clear
(yeah)

How did I get stuck
In this predicament I don’t know
I wanna throw this repetition
Out the window
I’m getting tired
Of wondering why I’m still here

And I wish that I could
(snap my fingers)
Make myself disappear
(snap my fingers)
Get myself outta here
(snap my fingers)
(snap my fingers)
Oh oh

I’d rather be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

I’d rather be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

I could be catching a wave
I could be seeing the world
I could be riding with the top down
Kissing my girl

I could be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

The sun is coming up
I wanna get out of there
Well, here we go again
I’m back to where I began

You can take my checkbook
Credit cards and keep ‚em
I’d give them up just
For a little bit of freedom
And my escape
I’m planning it in my head

And I wish that I could
(snap my fingers)
Make myself disappear
(snap my fingers)
Get myself outta here
(snap my fingers)
(snap my fingers)
Oh oh

I’d rather be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

I’d rather be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

I could be sipping a drink
I could be getting a tan
I could be hanging on a beach
With my toes in the sand

I could be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

No more bus stops
Sitting in traffic
Waking up at 6 in the morning
It ain’t gonna happen

No more office
No more line-ups
You can just forget about it

We want freedom

We want, we want, we want
We want freedom

We want, we want, we want

I’d rather be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

I’d rather be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

I’d rather be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

I’d rather be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

I could be catching the wave
I could be seeing the world
I could be riding with the top-down
Kissing my girl

I could be sleeping in
I could be living it up
I could be sitting at home
Not giving a fuck

I could be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here

I’d rather be anywhere else
Anywhere else
Anywhere else but here
Anywhere else but here
Anywhere else but here

ASP – de Profundis

Album: „Requiembrio“ (2007)

 

Aus der Tiefe drang herauf
Einer Melodien Lauf
Ein Lied, wie ich es vorher hörte nie
Die Musik ein sanftes Ziehen
Und ich wollte niederknien
In der Tiefe, in der Tiefe sangen sie

Wie eine Schlange sie sich wand
Zog mich wie mit Geisterhand
Unaufhörlich auf sie zu, ich weiß nicht wie
Wie ein Irrlicht überm Moor
Drang als Ton sie an mein Ohr
In der Tiefe, in der Tiefe sangen sie

Lauschend ich am Abgrund stand
Und es zog mich hin zum Rand
Wusste nicht, was ihr die große Macht verlieh
Dieses Lied, das mir befahl
Und es ließ mir keine Wahl
In der Tiefe, in der Tiefe sangen sie

Ich fand einen Treppenstieg
Jede Gegenwehr besiegt
Und ich folgte seinem Lauf mit weichem Knie
Sprach: ich tu, was du verlangst
In mir wuchs die nackte Angst
In der Tiefe, in der Tiefe sangen sie

Und nun bin ich fast am Ziel
Mich befällt ein Hochgefühl
Eine starke, nie gekannte Euphorie
Oh, Melodie, ich bin gleich da
Deinem Ursprung schon ganz nah
In der Tiefe, in der Tiefe singen sie

Wer sie hörte, wie sie singt
Der weiß, wie die Sehnsucht klingt
Und niemals vergess ich diese Melodie
Ich weiß nicht, wie mir geschieht
Sag doch, wohin ihr mich zieht
In die Tiefe, in die Tiefe singen sie
In die Tiefe, in die Tiefe singen sie
In die Tiefe, in die Tiefe singen sie
In die Tiefe, in die Tiefe singen sie

Category: Mix

1983 – Opelgang


Die toten Hosen – Opelgang

1. tote Hose
2. Allein vor deinem Haus , oder dein Vater der Boxer

(Komposition Campino und KuddelText Campino, Andi und Trimpop)

Ich frier jetzt schon zwei Stunden hier,
nachts vor eurem Haus.
Die Eltern schlafen unter dir,
das Licht geht endlich aus.
Ich werf noch einen Kieselstein,
denn das ist das Signal.
Wie kann denn sowas möglich sein,
Ich weiss doch, du bist da.

Ich seh ziemlich blöde aus,
allein vor deinem Haus.
Ich seh ziemlich blöde aus,
allein vor deinem Haus.

Ich frier jetzt schon vier Stunden hier,
allein vor eurem Haus.
Die Eltern schlafen unter dir,
das Licht ist lange aus.
Ich werfe noch einen Kieselstein,
denn das ist das Signal.
Wie kann denn sowas möglich sein,
ich weiß doch, du bist da.

Ich seh ziemlich blöde aus,
allein vor deinem Haus.
Ich seh ziemlich blöde aus,
allein vor deinem Haus.

Allein, allein, allein…

Was macht denn Rolands Fahrrad hier,
es lehnt dort an dem Zaun.
Jetzt weiß ich auch was hier passiert,
du bist ganz schön braun.
Der Hund bellt los, das Licht geht an,
Roland war zu laut.
Hart küsst er den Straßenrand
und sein Rad ist geklaut.

Roland sieht ziemlich blöde aus,
allein vor deinem Haus.
Roland sieht ziemlich blöde aus,
allein vor deinem Haus.

Roland ist allein, Roland ist allein, Roland ist allein…

Allein, allein, allein…

3. Modestadt Düsseldorf

(Komposition Breiti, Campino, Kuddel und Trimpop Text Campino)

Wir sind nicht aus Berlin
Die die DDR umschließt
Wir sind auch nicht von Frankfurt her
wo die Drogenszene alles erschwert

Wir sind nur aus Düsseldorf
Wo kein Mensch irgendwelche Sorgen hat
Wir sind nur aus Düsseldorf
Wo kein Mensch irgendwelche Sorgen hat

Modestadt Düsseldorf
Modestadt Düsseldorf
Modestadt Düsseldorf

Wir sind aus einem schönen Ort
Armut ist hier ein Fremdwort
Jeden Sommer, jedes Jahr
Trifft sich Düsseldorf auf Ibiza

Wir sind nur aus Düsseldorf
Wo kein Mensch irgendwelche Sorgen hat
Wir sind nur aus Düsseldorf
Wo kein Mensch irgendwelche Sorgen hat

Modestadt Düsseldorf
Modestadt Düsseldorf
Modestadt Düsseldorf
Düsseldorf

4. Reisefieber

(Komposition Breiti, Campino, Kuddel, Andi und Trimpop Text Campino)

Das Meer rauscht, du bist allein.
Es riecht nach Fisch, du willst zufrieden sein.
Doch irgendwie gelingt es nicht,
obwohl du so weit geflohen bist.
Ist das alles, was nach so viel Meilen ist?

Die Nordsee schlägt dir ins Gesicht,
und trotzdem hast du verloren.
Du bist nicht weit gekommen.
Du läufst weiter nach vorn.

Deine Leiche wurde schnell gefunden.
Das war zwei Tage interessant.
An deinem Arbeitsplatz sitzt ein neuer Mann.
Doch was ist da schon besonderes dran?
Ist das alles, was nach so viel Meilen ist?

Die Nordsee schlägt dir ins Gesicht,
und trotzdem hast du verloren.
Du bist nicht weit gekommen.
Du läufst weiter nach vorn.

5. Kontakthof

(Komposition Kuddel Text Campino)

Wenn du’s auf die Schnelle brauchst
Willst du mal ’ne andere Frau x2

Wenn du dich nicht richtig traust
und wenn es keiner merken soll
Brauchst du mal ’ne andere Frau
Oder reisst du ohne Geld nichts auf

Wenn du’s auf die Schnelle brauchst
Willst du mal ’ne andere Frau

Ist dein Bett zu Hause besetzt
weil sie den Nachbarn noch mehr schätzt
Für deine Karriere kein Risiko
Alles läuft inkognito

Wenn du’s auf die Schnelle brauchst
Willst du mal ’ne andere Frau

6. Opelgang

(Komposition Campino und Kuddel Text Campino, Kuddel, Andi, Trimpop und Breiti)

Den Arm aus dem Fenster das Radio voll an
Draußen hängt ein Fuchsschwanz dran
In jeder Karre sitzen vier Mann
Die Bullen eben in der Stadt abgehängt
Mit 110 einen Ford versenkt
Und einen Fiat ausgebremst
Wir haben neue Schluffen drauf
Und uns Rallyestreifen gekauft

Wir sind die Jungs von der Opel Gang.
Wir haben alle abgehängt.

Wir sind die Jungs von der Opel Gang.
Wir haben alle abgehängt.
Opel Gang

Einmal rund um den Häuserblock
Danach wird die Karre aufgebockt
Und sich unter die Kiste gehockt
Samstag nachmittags um halb vier
Fußballreportage und ein Bier
Kavalierstart wird ausprobiert
Und dann geht‘s los mit tollem Spurt
Wir schließen nie den Gurt

Wir sind die Jungs von der Opel Gang.
Wir haben alle abgehängt.

Opel Gang, wir haben alle abgehängt.

7. Willi muss ins Heim

(Komposition Kuddel Text Campino, Andi und Trimpop)

Sie ist Muttis Liebling,
mich mochten sie nie.
Von morgens bis abends
gab’s immer nur sie.
Sie hat mich bei Vati und Mami verpetzt,
dafür hab ich ihren Hamster zerfetzt.

Das ging zu weit –
Willi muss ins Heim.
Das ging zu weit –
Willi muss ins Heim.

Danach hab ich meine Platten vermisst
und ihr heimlich in die Limo gepisst.
Als Vati und Mami gestern Abend weg warn,
da hatte ich sie für mich allein und zog ihr an den Haarn.

Das ging zu weit –
Willi muss ins Heim.
Das ging zu weit –
Willi muss ins Heim.

8. Wehende Fahnen

(Komposition Campino und Kuddel Text Campino und Trimpop)

Vor sechs Jahren ging es los
es war wie eine Revolution
Ziel und Richtung unbekannt
Alles Alte wurde niedergerannt

Mit wehenden Fahnen werden wir untergehen
Wir halten durch, wir warten noch
Denn es ist noch nichts geschehen

9. Schwarzer Mann

(Komposition Breiti, Campino, Kuddel, Andi und Trimpop Text Campino)

Das Gesicht wird dezent durch die Brille versteckt.
Er hat sich einen Plan ausgeheckt.
Den Aktenkoffer in der Hand,

 überrascht er dich am Zeitungstand.

Der schwarze Mann.

Du weichst zurück, doch du kannst nicht weg.
Die kaltgrauen Augen haben dich entdeckt.
Plötzlich steigt auf in dir die Angst,
du hast den Mann in schwarz erkannt.

Der schwarze Mann

10. Geld

(Komposition Breiti, Campino, Kuddel, Andi und Trimpop Text Campino)

Wohin bringe ich das Geld
Es gibt keinen Platz der mir gefällt
Wohin bringe ich das Geld
Es gibt keinen Platz der mir gefällt – für das Geld

Gestern in der Rio Rita Bar
War 007 in Lebensgefahr
Von hinten schob er mir ein Päckchen zu
Bring das Zeug zu Joe nach Istanbul
Auf dem Klo machte ich das Päckchen auf
Es fiel ’ne Menge Zaster raus

Wohin bringe ich das Geld
Es gibt keinen Platz der mir gefällt
Wohin bringe ich das Geld
Es gibt keinen Platz der mir gefällt – für das Geld

Wohin bringe ich das Geld
Es gibt keinen Platz der mir gefällt
Wohin bringe ich das Geld
Es gibt keinen Platz der mir gefällt – für das Geld

Las mich doch mit dem Scheiß in Ruh
Wer ist denn Joe aus Istanbul
Ich spül den Mist durch den Kanal
Denn mein Bier draußen wird langsam schal

Geld, Geld, Geld,…

Wohin bringe ich das Geld
Es gibt keinen Platz der mir gefällt
Wohin bringe ich das Geld
Es gibt keinen Platz der mir gefällt – für das Geld

11. Ülüsü

(Komposition Campino und Kuddel Text Campino, Andi und Trimpop)

Wir haben uns nur angesehen
Und sofort war es um uns geschehen
Es war auf der Party bei einem Freund
Wir sprachen kaum und waren doch vertraut
Wir waren sofort im Schlafzimmer
Und ich dachte Liebe für immer
Dann hab ich nach deinem Namen gefragt
Und du hast Ülüsü gesagt

Ref.
Ülüsü war eine Türkin
Wie konnte mir das bloß geschehen
Ülüsü war eine Türkin
Ich werde das niemals verstehen

Ülüsü, Ülüsü, ooh, Ülüsü, Ülüsü

Wir haben einen Treffpunkt gemacht
An der Pommesbude gegen halb acht
Ich bin nicht gekommen denn du musst verstehen
Ich kann so nicht mit dir nach Hause gehen
Der Ruf der Familie steht auf dem Spiel
und da hilft später kein Persil
Auf der Party gings mir sowieso zu schnell
Du gehst bestimmt mit allen ins Bett

Ref.
Ülüsü war eine Türkin
Wie konnte mir das bloß geschehen
Ülüsü war eine Türkin
Ich werde das niemals verstehen

Ülüsü, Ülüsü, ooh, Ülüsü, Ülüsü

12. Es ist nichts gewesen

(Komposition Campino, Kuddel und Andi Text Campino)

Warum schaust du mich so an
Hat sie etwas bemerkt
Ist an mir etwas besondres dran
Hat sie etwas bemerkt
Warum der Knutschfleck am Hals
Den kann ich erklären
Und an meiner Jacke das Haar
Auch das ist nicht schwer

Ref.
Es ist nichts gewesen
Es ist nichts geschehen

Wenn ich weit weg auf ’ner Tagung bin
Denke ich nur an dich
Wenn ich mal ’ne andere seh
Schau ich einfach nicht hin
Die roten Nummern im Adressbuch
Die sind doch von meinem Chef
Was ist das für ein Nylonstrumpf
Wie kommt der in mein Gepäck

Ref.
Es ist nichts gewesen
Es ist nichts geschehen

13. Sommernachtstraum

(Komposition Campino und Kuddel Text Campino)

Es war heut sehr heiss und der Tag war lang
Doch langsam kommt die Nacht
Die Harten fahren in die Stadt
Denn Stress ist wieder angesagt

Wir bleiben auf dem Spielplatz auf unserer Bank
Alk, Dröhnung, viel Gesang

Die Turmuhr schlägt zwölf
Bei uns geht‘s jetzt los
Wir sind zu, die Stimmung ist groß
Die Parkbank wird leer und es füllt sich das Gebüsch
Bis morgen der neue Tag anbricht

Wir bleiben auf dem Spielplatz auf unserer Bank
Alk, Dröhnung, viel Gesang

Hey, Hey, Hey,…

Wir bleiben auf dem Spielplatz auf unserer Bank
Alk, Dröhnung, viel Gesang

14. Hofgarten

(Komposition Breiti, Kuddel und Andi Text Kuddel)

Letzten Sonntagmorgen
latsch ich durch den Hofgarten.
Halb sechs –

 was muß ich unter den Büschen sehn?

Ficken, Bumsen, Blasen,
alles auf dem Rasen.

Hey, Breiti!
Ich bin’s, Kuddel!
Lass mich auch mal!
Du bist ja gar nicht Kuddel,
du bist ja Trini!

15. bis zum bitteren Ende
(Komposition Campino Text Campino)
Und die Jahre ziehen ins Land
Und wir trinken immer noch ohne Verstand
Denn eins das wissen wir ganz genau
Ohne Alk da wäre der Alltag zu grau
Korn, Bier, Schnaps und Wein
Und wir hören unsere Leber schreien
Und wenn einmal der Abschied naht
Sagen alle, das hab ich schon immer geahnt.

Kennedy in Berlin

I am proud to come to this city as the guest of your distinguished Mayor, who has symbolized throughout the world the fighting spirit of West Berlin. And I am proud to visit the Federal Republic with your distinguished Chancellor, who for so many years has committed Germany to democracy and freedom and progress, and to come here in the company of my fellow American, General Clay, who has been in this city during its great moments of crisis and will come again if ever needed.
Two thousand years ago the proudest boast was: »Civis Romanus sum«. Today, in the world of freedom, the proudest boast is: »Ich bin ein Berliner«. There are many people in the world who really don’t understand, or say they don’t, what is the great issue between the Free World and the Communist world. Let them come to Berlin.
Vivid demonstration of the failures of the Communist system
There are some who say that Communism is the wave of the future. Let them come to Berlin. And there are some who say in Europe and elsewhere: We can work with the Communists. Let them come to Berlin. And there are even a few who say that it’s true that Communism is an evil system, but it permits us to make economic progress. Laß sie nach Berlin kommen. Freedom has many difficulties, and democracy is not perfect. But we have never had to put a wall up to keep our people in, to prevent them from leaving us.
I want to say on behalf of my countrymen, who live many miles away on the other side of the Atlantic, who are far distant from you, that they take the greatest pride that they have been able to share with you, even from a distance, the story of the last 18 years. I know of no town, no city that has been besieged for 18 years that still lives with the vitality and the force and the hope and the determination of the city of West Berlin. While the wall is the most obvious and vivid demonstration of the failures of the Communist system for all the world to see, we take no satisfaction in it, for it is, as your Mayor has said, an offence not only against history, but an offence against humanity – separating families, dividing husbands and wives and brothers and sisters, and dividing up people who wish to be joined together.
This generation of Germans has earned the right to be free
What is true of this city is true of Germany. Real lasting peace in Europe can never be assured as long as one German out of four is denied the elementary right of free men, and that is to make a free choice. In 18 years of peace and good faith, this generation of Germans has earned the right to be free, including the right to unite their families and their nation in lasting peace with good will to all people. You live in a defended island of freedom. But your life is part of the main.
So let me ask you as I close, to lift your eyes beyond the dangers of today to the hopes of tomorrow, beyond the freedom merely of this city of Berlin, or your country of Germany, to the advance of freedom everywhere, beyond the wall, to the day of peace with justice; beyond yourselves, and ourselves, to all mankind. Freedom is indivisible, and when one man is enslaved, all are not free. When all are free, then we can look forward to that day when this city will be joined as one and this country and this great continent of Europe in a peaceful and hopeful globe. When that day finally comes, as it will, the people of West Berlin can take sober satisfaction in the fact that they were in the front lines for almost two decades.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin. Therefore, as a free man, I take pride in the words:
»Ich bin ein Berliner«

Im MondWald (Ein Anfang … ab 2004)

[Ankunft][09.08.2004]

Ein sanfter Regen traf das weite Land, eine Landschaft, nur aus Gras und umrandet von einem Wald. Eine weite Weite, nichts mehr, was man hätte benennen können.

Da war sie nun, die Sonne schaute hinter einer Wolke hervor und verband Erde und Himmel mit einem kleinen ,bleichen Regenbogenband. Von einem Ende der Sonne bis zum anderen Ende des Wald, des MondWalds. Der Horizont war vollkommen umspannt von diesem Schein. Dort draußen war es weder dunkle, noch war hell, es war ein nichts.
Ich lief einen schmalen Pfad entlang, bestehend aus Steinen zwischen viel Sand. Mein Kapuze trug ich tief im Gesicht, mein Umhang wehte sanft im Wind hin und her. Mein Ziel war eine kleine unscheinbare Hütte am Waldrand. Ein Ort, was ich vermutlich mein Zuhause nannte. Ein Zuhause, was war das schon? Es ist nicht nur ein Ort, nicht einfach nur das, aber wenn es nun an einem Ort zu finden ist, so ist es einer, nach dem man ständig auf der Suche ist, etwas wo man alles finden, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Die Einen suchen einen Schatz am Ende des Regenbogens, wie diesem hier, der eigentlich kein Ende hat, denn im MondWald enden Regenbögen nicht, der MondWald war der Schatz selber – und ich eben suche mein Zuhause. Das genügt mir schon.

Da tippte mir jemand plötzlich auf die Schulter. Ich hatte für eine Minute schon geglaubt, ganz allein zu sein, in diesem Nichts , dieser Stille des MondWaldes. Als wäre ich das einzige lebende Wesen in diesem in diesem Weiten Nichts der Steppe.
Erschrocken drehte ich mich um. Was ich sah, erstaunte mich, ein kleiner junge, dunkelblond, grinsend stand mir gegenüber. Nicht mit mehr bekleidet, als einem langen Hemd und einer Hose. „Hey, was soll das , wieso erschreckst du mich, Kleiner?“
Darauf ging er zu meinem erstaunen nicht weiter ein. Ihn schien es nicht zu stören, Menschen zu erschrecken, er schien es zu genießen. „Du bist langsam, Kyara. Die Welt, sie dreht sich schnell, das weißt du! Man muss sich beeilen. Wenn man auf der Suche nach etwas ist, muss man sich erst recht beeilen!“
Ja. Ich gab ihm recht. „Aber nicht hier, oder?“. Ich holte wieder tief Luft, und wiederholte es langsam, legte meine Betonung für die kommenden Worte zurecht. „Nicht hier.“ , das kam aus meinem Mund.
Er sah zu Boden, verglich mich , mit dem Himmel, mit der Erde, die Erde mit dem Himmel, und mich wieder. „Vielleicht, Kyara, vielleicht.“
Dann lächelte er mich für eine winzigen Augenblick liebevoll an, wie ein Kind, was das Spielzeug wiedergefunden hat, was längst verloren war.
So war er schon immer gewesen, der Junge, ich habe ihn wohl schon immer Seele genannt.

Mir wurde Stück für Stück klar, ich wusste – egal wo ich hergekommen war, egal was sich bisher ereignete – ,mein Weg fand hier für einige Zeit sein Ende. Hier war ich zu Hause, vielleicht nicht für immer, aber für den Moment. Wie ich es vermisst hatte. Um uns der weite MondWald, und das Nichts mitten drin. „Ich bin froh dich wiederzusehen, Kyara.
Ich in der Mitte dieses wundervollen Nichts.
Wie sehr ich es vermisst hatte….

[Im Regen][10.08.2004]

Es hatte begonnen stärker zu regnen. Stärker als es mir in Erinnerung war und somit liefen wir schnell zur Hütte und verriegelten die Tür, damit wir den Regen hinter uns lassen konnten. Der Regen lauerte wie ein Ungeheuer vor der Tür, mal lauter mal leiser trommelte er aufs Dach, auf dei Erde. Ich war mir sicher, es war ein Aufstand des Regens gegen uns, da wir die Hütte besetzt hielten. Das Wetter hier im MondWald war immer schon etwas mit Seele gewesen, und es lebte sein Seelenleben aus.
Ich zog meinen Umhang aus, er tropfe von dem vielen Regen da draußen, und hängt ihn zum Trocken in die Nähe der Feuerstelle.
„Es ist kalt geworden“, stellte ich fragend fest und rieb mich mit meinem Händen die Oberarme warm, während ich zu Seele hinüber sah. Ihm schien es nichts auszumachen nur in Hemd und Hose da zu stehen.
„Es ist nicht der MondWaldes ist der Regen, der kalt ist. Es braucht sich etwas zusammen hier im MondWald. Aber auch dagegen wird sich etwas unternehmen lassen.“
Während ich ihn nachdenklich anschaute, da ich nicht wusste was er meinte, setzte er einen Kessel mit Wasser über die Feuerstelle. Er schüttete weiter Wasser nach, sehr sorgsam, fast ängstlich, aber es schien anstrengend zu sein. Ich beobachtete ihn weiter. Irgendwas hatte er, denn die Art, wie er sich bewegte, seine Augen zusammenkniff ; es sah immer so aus, aus würde ihn mit jedem Moment der Schmerz streifen.
Doch fragen konnte ich nicht. Nein, nicht jetzt. Er war mir fremd , auf eine gewisse Art und weise, obwohl ich noch so eben das große Gefühl der Vertrautheit gespürt hatte. Ich merkte, wie ich immer nachdachte und mich fragte , wer war Seele überhaupt, kannte ich ihn wirklich? „Wo bist du eigentlich gewesene Kyara?“, fragte er mich ganz unvermittelt, und es schien mir als hätten seine Worte all meine Gedanken weggewischt. Er sah mich an und ich überlegte. Ich wusste es nicht und langsam sagte ich „Ich weiß es nicht“
„… vielleicht, vielleicht fällt es dir später wieder ein, es werden genügend Zeiten auf uns zukommen.“, sagte er verständnisvoll. Manchmal machte er auf mich den Eindruck, als wäre er nur ein kleiner Junge, den ich mir vor sah, aber manchmal schien er mir soviel Älter und weiser, als ich je sein könnte. Wie er mich behandelte, mit einer solcher Sorgfalt, als hätte er Angst mich, oder etwas in mir zu zerbrechen. Ich ertappte mich schon wieder beim Nachdenken.
„Was denkst du gerade?“. Seele sah mich an, fast zu lange, so als wolle er versuchen durch mich durch zu schauen als würde er meine Seele erhaschen und würde sie fragen, nicht mich. Dort draußen, auf der Ebene, im Wald da tobte der Regen. Der Wind schien der neue Verbündete des Regens zu sein. Gemeinsam heulten sie auf und kämpften gegen das Erzeugnis der Menschen. Dort oben im Schein der Dunkelheit konnte ich sie erkennen, die Ruine, der Ort der Zeit und des Wissen. Wind und Regen sperrten uns ein, hielten uns wie Gefangene in den eigenen Räumen. Ich konnte die Zeit erkennen, sie kroch wie Nebel den Raum hoch und hüllte uns ein. In diesem Anblick erschien der kleine Falter , der durch den Raum flog, im Zickzackkurs in Richtung Flamme, wie etwas so surreales, das ich beinahe lächeln musste. Es war ein wunderschöner Anblick, der kleine schwarze Falter, auf Irrwege suchend…, er erinnerte mich an mich selber. Überall wo der Falter landete, am Fenster, Auf den Regalen, überall wirbelte er Staub auf. Es schien als würde diese Hütte schlafen, als würde sich hier nie etwas ändern, und dann kam ein kleiner Falter und brachte Unordnung. Ich überlegte, wie lange war ich nicht mehr hier gewesen? Und vor allem wo war ich vorher gewesen. Und wer war ich überhaupt?

Der Kessel fing an zu blubbern, das Wasser war heiß und kochte.
Die Szene war unterbrochen, es schien als würde erst jetzt die Zeit weiter wandern. Seele goss uns in zwei große, Tongefässe Wasser hinein und gab einige Blätter hinzu – wieder erschien dieser schmerzhafte Gesichtsaudruck in seinem Gesicht. Das heiße Wasser erzeugte seinen eigenen Nebel, einen Dunst der durch da Zimmer schwebte und sich in behagliche Wärme umwandelte. Erst jetzt merkte ich, das mir kalt gewesen war.“ Sag Seele,…“, begann ich zaghaft die Worte an ihn zu richten und starrte dabei aus dem Fenster in dieses Nichts und dem prasselnden Regen. Der Regen erschien mir auf einmal so kalt, im Vergleich zu dieser gemütlichen Wärme in mir und der Hütte.“ Seele, seit wann ist der Regen im MondWald denn so stark?“
Er ließ den Kessel stehen, drehte sich um, sah mich tief an. „Erst seid dem du hier bist.“, sagte er, und reichte mir einen weiteren Becher mit Tee. Er wartet auf meinen Blick, auf meine Reaktion, ich könnte es spüren, aber welche Reaktion erwartete er? Ich wusste selber nicht, was ich davon halten sollte. Ich schaute etwas verwundert, als er fortfuhr. „Es ist seine Art dich willkommen zu heißen.“
In mir keimte eine zweite Möglichkeit, als der Wind mit brachialer Gewalt, so schien es mir, gegen die Tür hämmerte.
„Vielleicht mag er mich auch einfach nicht.“
„Beides ist möglich.“
„Und wenn du die Wahl hättest, welche Möglichkeit würdest du wählen, für dich?“, überlegte ich laut weiter.
Seele stand da, diese Frage war wohl unerwartet gewesen. Nach einem kleinen Augblick kam die Antwort.
„Vielleicht Dich…. vielleicht etwas anderes.“
„Mich kannst du nicht wählen, Seele, das meinte ich nicht“ warf ich schnell und etwas heftig ein. Er hatte mich missverstanden, oder war es Absicht gewesen?.“ Wen würdest du lieber als Verbündeten haben? Den Wind oder den Regen?“
Regentropfen bildeten einen See an den Scheiben, es schien fast, als würden die Scheiben weinen. Der Wind trieb die Tropfen voran, weitere Tropfen zerstreuten Bündnisse und erschufen neue. „Ich wähle keinen von beiden.“ Sein Entschluss stand fest und er lächelte mich an. Es war ein sanftes, gutmütiges fast bescheidenes Lächeln, aber zielstrebig brannte es sich in meine Erinnerung, auch wenn es kaum zu sehen war auf diesem jungen, ebenen Gesicht.. „Ich möchte irgendwann einmal aus diesem MondWald verschwinden, es hinter mich lassen und einfach etwas völlig anderes zu sehen und zu sein.“

Das Geheimnis des MondWaldes I
Auf meiner Suche aus dem Wald heraus, durchstreifte ich das Nichts und kam zu jener Ruine. Da ich keinen Ausweg finden konnte, verweilte ich eine Weile inmitten des Waldes.

[Die Ruine][11.08.2004]

Und so wanderte ich, auf der Suche, durch den Wald, über die Steppe, durch dieses Nichts. Ich ließ meinen Blick schweifen, versuchte mich zu erinnern, war ich jemals schon einmal hier gewesen? So vertraut mir einiges vorkam, so fremd fühlte ich mich dich gerade jetzt hier. Mein Blick fiel auf die Ruine und ich fühlte einen Stich in meinem Herzen und ich wusste, dorthin musste ich hin. Langsam ging ich los, nicht den direkten den Weg, denn ich wollte nicht auffallen, nicht von dem Nichts verschluckt werden. Die Ruine lag inmitten des Waldes auf einer kleiner Anhöhe, sie muss früher einmal sehr Majestätisch und schön gewesen sein. Mit einem unbehaglichem Gefühl in meinem Bauch betrat ich diese ehrwürdigen Mauern. Kaum hatte ich diese Mauern betreten, so schien es mir, das ich in der Zeit wanderte. Wo gerade noch Moos behangene Überreste von Mauern standen, zerstörte Torbögen und Rundbogenfenster , wo hier und da noch einzelne Glasreste das spärliche Licht des Mondes widerspiegelten, entstand mit einem Mal eine Hallo, eine riesige beeindruckende Halle, die mich erstaunen ließ. Wie war das möglich, ich stand hier und konnte die farbenprächtigen Fenster sehen, in denen auf der einen Seite das Sonnenlicht hereinfiel und ein Schattenspiel der Farben zuließ und auf der anderen Seite konnte ich den Mond sehen, wie er seine Seite mit seinen silbernen Glanz erhellte. Raum für Schatten war kaum, so strahlte diese ehrwürdige Ruine vor mir und lud mich ein sie zu erkunden.
Ich ging zaghaft durch die leeren Gänge dieser Ruine; sie waren hell und hochgebaut. Hier und dort fielen Sonnenstrahlen durch die Fenster und ich konnte den Staub tanzen sehen, im Sonnenlicht. Sie erstarben in jedem Moment, in der die Sonne hinter Wolken verschwand oder von den Blätter der Bäume verdeckt wurden. Ich wandelte und ich konnte nur meine Schritte hören, trotz meines Versuchs so leise wie möglich zu gehen, hallten sie im Gang wieder. Ich hatte das Gefühl nicht allein zu sein , und doch, egal wie oft ich mich umschaute, ich war ganz allein.
Es war wie Magie.
Ich stand in der Mitte einer riesigen Halle, ich konnte das Ende des Saales nicht erkennen. Überall erblickte ich Treppen die ins Nichts zu führen schienen. Die Decken waren noch höher angebracht als in den Gängen. Es schien, als wollten sie den Himmel einholen und dort oben Gott berühren. Ich bestaunte diesen riesigen Raum und konnte mir gar nicht vorstellen, wie ich ihn von außen hab übersehen können. Ich ging weiter , staunend betrachte ich was ich sah. wunderschöne , reichverzierte Ornamente an den vielen Treppen, die nach oben und nach unten führten. Ich fragte mich was ich wohl am Ende jeder Treppe finden würde, aber ich wagte es nicht sie durch meine dreckigen Schuhe zu beschmutzen. Alles in diesem Saal war in einem dunklen Holz gehalten, doch manche Treppen waren so merkwürdig bunt, sie schienen nicht hier her zu passen. Waren mit roten ,blauen, grünen, bunten Bildern bemalt, und wiesen mehr als die anderen Treppen Gebrauchsspuren auf. viele kleine Kerben, herausgebrochene Holzstückchen und eben jene bunten , mir nichtssagenden Bilder . Sie sahen aus wie Kinderbilder, wie gemalt von Kindern aus Phantasie und Langeweile. Während ich so über das entdeckte nachdachte, erschien vor mir langsam das Ende dieser Halle aufzutauchen, ich begann die Umrisse einer großen Tür zu sehen, sie war massiv und in der Mitte war mit hellen Buchstaben etwas geschrieben. Als würde eine ungewisse Ahnung mich leiten ging ich Schritt für Schritt auf diese Tür zu. Nein es war keine Tür, sie erschien mir eher wie ein riesiges Portal, als würde dahinter mich noch etwas mysteriöseres erwarten, als das was ich bisher gesehen hatte. Mit großen, silbernen Lettern war auf dieses Portal geschrieben : „SeelenRaum – Ort ohne Zeit“ .Ich war unschlüssig, durfte ich es wagen, in diese Hallen einzudringen, durfte ich die Ruhe dieser Ruine stören?. Doch schon während ich dies dachte fing ich an , an der großen Tür zu drücken. Mit großer Mühe schaffte ich es einen kleinen Spalt zu öffnen, und was ich erblicke, war ein merkwürdiger Raum. Ein Raum, der zum MondWald passte, denn alles im MondWald war merkwürdig, merkwürdig beseelt. Ich stand dort in dieser Ruine, tief in diesem Wald, wo sich in der Dunkelheit vereinzelt auch mal einzelne Lichtstrahlen verirrten.

Mit einen mal schien es mir, als könnte ich die Tür mit Leichtigkeit öffnen. Mit wenig Mühe schwang ich die Tür auf und schaute in den seltsames Raum. Er sah aus wie eine Bibliothek, ganz anders als ich mir das vorgestellt hatte. Der Raum war dunkel, aber dennoch konnte ich alles sehen. Er erschien mir riesig, aber dennoch konnte ich in alle Ecken schauen. Ich sah Regale, jede Menge Regale. Sie waren vollgestopft von Büchern und Bildern, Jedes Buch war mit Ziffern beschriftet. Es gab Ziffern in rot, in Gelb, in blau und vielen anderen Farben. Sie schienen eine Bedeutung zu haben. Die Farben unsortiert in den Regalen verteilt, auch die Ziffern warn nicht geordnet. Die schönen, dunklen, Holzregale schienen in einem Gegensatz zu den meist bunten Büchern. Ob die Farben einen Sinn hatten? Zaghaft griff ich in ein Regal und nahm ein Buch heraus, es war ganz in Blau gehalten und mit silbernen Ziffern war eine VI drauf geschrieben. Als ich dieses Buch in die Hände nahm, merkte ich gleich, dieses Buch hatte eine eigene Seele, wie alles in dieser Welt, in diesem Wald, der mir immer mehr Rätsel aufgab. Wieso war gerade ich hier gekommen, was machte ich hier, wie war ich hier her gekommen? Jedes Buch war anders, wie ich es erblicke, und in die Hand nahm. Sie schienen alle eine andere Seele zu haben, manche fühlten sich ähnlich an, aber es waren immer Facetten anders, ich konnte sie spüren. Ich konnte die beseelten Bücher spüren und konnte mir vorstellen , jedes Buch hatte eine andere Geschichte, die es mir mitteilen wollte, und ich war mir sicher, irgendwann würde ich sie alle gelesen haben.

[12.08.2004]

Auf einmal wurde mir bewusst, das ich Stimmen hörte, um mich herum. Sie saßen an den Tischen, und lasen oder unterhielten sich flüsternd. Es waren so viele; es waren Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen, so unterschiedlich sie auch im Alter waren, so schienen sie alle gemeinsam zu haben, das Interesse an diesen vielen Büchern und Bildern , die in diesem Raum verstaut waren. Sie mussten lautlos hereingekommen sein, denn mir war nicht bewusst jemals andere Schritte , als die meinigen gehört zu haben. Aber vielleicht war ich auch einfach nur zu sehr in diese Bücher und deren erscheinen vertieft gewesen.
Zaghaft entschied ich mich zu einem der Tische zu gehen, dort saßen ein Mädchen und ein Junge. Da ich fremd war, fühlte ich mich auch einsam und unbehaglich als ich mich fragend zu ihnen setze. Ich hatte viele Fragen, und ich wollte Antworten erhalten, doch würde ich die von diesen beiden bekommen können?
Der Junge schien mir noch nicht erwachsen zu sein, doch sein Verhalten hatte etwas sonderbares, nein elfenhaftes und unnahbares. Es war mir, als würde er nicht wie Jugendliche in seinem Alter sein. Er hatte dunkelblondes , etwas längeres Haar und schien sehr bedacht darauf, das es keine unbeherrschten Bewegungen von ihm ausgingen. Er saß kerzengerade auf der Kante eines Stuhls, als wolle er sagen „Ich brauche keinen Stuhl um zu sitzen“. Er wirkte nicht überheblich, nein es war interessant ihm zuzuschauen. Er sah aus wie ein König. Seine Augen schienen stets überall zu sein, aber sie bewegten sich nicht hektisch hin und her. Neben ihm saß ein Mädchen , sie schien etwa gleich alt zu sein wie der Junge. Sie hatte freche kurze dunkle Haare und war ein kleiner als er. Sie war in ein Buch vertieft und sah in ihrer Art wunderschön aus, Gekleidet war sie in einen roten Samtkleid, der ihr Würde verlieh und sie zusätzlich wunderschön aussehen ließ. Mit ihren gras-grünen Augen funkelte sie! Sie sah zerbrechlich aber anmutig aus. Deshalb schien der Junge wohl vor allem über sie zu wachen.
Die beiden schienen sich schon sehr lange zu kennen, es fiel kein Wort zwischen ihnen und doch schien ein Gespräch statt zu finden, da ich Kopfbewegungen ausmachen konnte. Und mit einem Mal sagte der junge „Wir sind uns einig , du darfst dich zu uns setzen“. Beim Hinsetzen bemerkte ich erst die schwarzen Mäntel die beide trugen. Vorne auf der Brust war ein kleiner silberne Mond abgebildet. Ansonsten war der Umhang leer und tief schwarz. Ich schaute mich um und erkannte, das alle Personen , die ich so erkennen konnte, diesen Umhang trugen. Niemand schien ihn abzunehmen, obwohl es angenehm warm hier drin war. Ich betrachtet diesen Umhang und mich umkam ein Gefühl von Wärme. Ich wünschte mir, ich könnte auch einen haben und ihn so ehrfurchtsvoll tragen wie jener Junge, oder wie das Mädchen. Tief in mir aber sagte eine Stimme :“ Gedulde dich, du brauchst Zeit, und dann bekommst auch du einen Umhang“.
„Ja, habe Geduld“ , sagte der Junge als könnte er meine Gedanken lesen. Ich bekam ein klein wenig Angst, hatte ich es laut ausgesprochen oder woher wusste er was ich gedacht hatte. Ich wurde unruhig, wie konnte das sein. Ich hatte so viele Fragen auf der Zunge und musste sie einfach los werden.
„Wo bin ich hier, wer seid ihr, und was machen wir hier?“ , entfuhr es mir und im selben Moment dachte ich bei mir, wie unhöflich ich doch gewesen bin. Ich wollte mich entschuldigen, aber der Junge fing schon mit sanften, melodischer und gleichmäßiger, aber nicht langweiliger und ruhigen Stimme zu reden.
„Du musst dich nicht entschuldigen. Ich weiß, du bist voller Fragen, das sind wir alle. Es ist erstaunlich, das Du das Wort „Wir“ benutzt hast. Wir leben hier, in diesem Wald; dieses Gemäuer ist unser zu Hause. Sie schützt uns vor der Zeit, und bringt uns wissen. Was wir hier machen? Das gleiche, was du machen wirst, immer gemacht hast. Du suchst die Zeit, die verloren ging, du suchst Antworten, auf Fragen die du heute noch nicht weißt. Aber vor allem suchst du dich selber, und möchtest herausfinden, wer du bist, wer in dir steckt. Wir sind nur eine Gruppe von Menschen, die durch die Fügung des Schicksals für immer hier verkettet sind.“
In dem Moment als der Junge mit diesen Worten fertig war, sah das Mädchen von dem Buch auf, welches sie zu lesen schien. “ Jeder hier hat seine Interessen, jeder hat seine Themen , die er liest und schreibt, und doch gibt es immer eine Verbindung zwischen uns allen und es gibt ein großes Thema an dem wir alle gemeinsam arbeiten und leben.“
Wie sie mich anschaute, ich konnte ihren Blick nicht deuten, und widerstehen erst recht nicht. Sie schaute mich an, wie eine Rivalin so kalt, wie eine Mutter so gutherzig und so uninteressiert an, als wäre ich nicht von Bedeutung. Wie sollte ich das verstehen. Ich steckte voller Fragen, und es wurden immer mehr, und jede Antwort, die ich fand, brachte mir neue Fragen. „Gibt es keine Ordnung hier?“ , entfuhr es mir . Mir viel es so schwer zu reden, so viele Dinge, die auf mich einprasselten, wie der Regen damals in der Hütte. So viele Informationen die ich bekam, und noch mehr, die ich spürte, aber nicht fassen konnte.
„Wie Andrea schon sagte, eigentlich gibt es hier nichts , was es nicht gibt. Doch ein Thema ist überragend und verknüpft sie alle miteinander, bringt auch die Stabilität für uns alle.“
Andrea schaute mich mit ihren funkelnden Augen an und flüsterte dann, als sei es ein Geheimnis was es zu bewahren gibt “ MondWald und die Vergangenheit“.

[15.08.2004]
Zeit verging, so glaubet ich zu mindestens, ich spürte sie jedoch nicht.
Durch die Hohen Fenster im Saal konnte man den alles beherrschenden Mond sehen, silbern, fast beschützend schaute er nieder auf diese Welt. Ich hatte das Gefühl, als würde er nur ganz allein für uns scheinen. Ich sah mich um und betrachtete die vielen Menschen in diesem Raum, wie sie lasen oder etwas schrieben. Sie alle waren so vertieft in Ihre Bücher, in Gespräche und es schien niemanden zu stören, das kleine Kinder durch die Gegend liefen, spielten, oder auch lasen. Ich fand es sehr erstaunlich das schon sehr junge Mädchen dort saßen, und Bücher lasen oder schrieben, sie mochten zum Teil nicht mal im Schulalter zu sein, woher konnten sie das dann?.
Ich schaute den Jungen an, ich sollte ihn MondSucht nennen. „Wie lange seid ihr denn schon hier?“
Er schien einen Augenblick nach zu denken und schaute mich für einen winzigen Moment an, als wüsste er nicht, was ich meinte. „Es ist schwer zu sagen. Wir sind nicht alle gleich lang hier, und dennoch waren wir schon immer gemeinsam hier. Wir machen alle eine Reise bevor wir hier herkommen, so wie du Kyara. Wir sind vielleicht 1 Woche da, vielleicht ein Jahr, vielleicht auch länger. Hier vergeht die Zeit anders. Nein lass es mich bitte anders ausdrücken, die Zeit vergeht hier eigentlich nicht. Die Zeit verläuft nach den Regeln einiger von uns, Wir haben sie eingeschlossen. „Dabei öffnete er die Arme und deutete auf die vielen Bücher. „Sie ist bedeutungslos, da eh alles als vergangen gilt, was den Moment überdauert hat. Er schaut zu Andrea, die wieder in das Buch vertieft war und unserem Gespräch wohl nicht wirklich folgen zu schien. „Zeit ist nicht von Bedeutung, denn alles was erlebt wird, alles was erlebt wurde, erscheint in diesen Büchern und wird gelesen, von jenen die es nicht erlebt haben, oder denjenigen, die es wieder erleben wollen oder müssen. Du wirst mit der Zeit sehen, das du dich nicht verändern wirst, niemand von uns verändert sich. die Kleinen, werden immer klein sein, der älteste wird immer der älteste sein, weil er immer leben wird. Aber ich denke man kann sagen, wir Rechnen gewissermaßen in … vergangenen Momenten in Erinnerungen.“
Ich war erstaunt, wie konnte das sein, ein Ort in der es nicht 9 Uhr war, oder 12 Uhr wurde. “ Erklär es mir, bitte!“ Ich legte meine Hände den Schoß und war vollkommen gespannt von der Antwort die da kommen würde.
Anstatt von Andrea bekam ich von MondSucht die Antwort :“ Sie nur, sieh dich genau um. Was siehst du hier? Was hast du noch vor kurzer Zeit gesehen, als du vor der Ruine standest? Jetzt siehst du die vielen Bücher und Bilder und Gegenstände und du siehst uns. Dies sind alles vergangene Momente, erlebte Momente und doch lebend hier in dieser Ruine. Viele Erinnerungen von jenen, die du noch nicht kennst, von Andrea, auch von mir, und es wird dich überraschen, aber auch deine Momente , deine Erinnerungen werden hier gespeichert und gelesen, denn du warst immer hier, gehörst hier her. Jedes Buch ist eine Situation, eine Erinnerung, der MondWald ist eine Sammlung, er besteht aus uns, aus unseren Erinnerungen und nur für uns ist er sichtbar. In manchen Büchern wirst du dich wieder erkennen, andere wirst du zunächst nicht verstehen und andere werden dir dumpf bekannt vorkommen. Kein Buch , keine Erinnerung , ist wie die andere und doch haben sie alles eines gemeinsam. Du wirst Dinge lesen, die dich an andere Orte bringen, die du nicht kennst, an Orte bringen , wo du schon mal warst, du es aber nicht weißt. Lesen kannst du alles dies nur dann, wenn du deinen Geist öffnest lernst zu akzeptieren was du bist, was wir alle hier sind. Auch musst du lernen, was genau deine Aufgabe in dieser Gruppe ist. Aber neben diesen vielen Büchern gibt es noch dieses eine besondere Buch.“
Er machte eine Pause und ließ mir Zeit , dies alles in mich auf zu nehmen, aber ich hatte nur eine Frage im Kopf. Ich wartete auf eine Antwort, aber ich erhielt sie erst einmal nicht.
„was ist das für ein Buch?“ MondSucht überlegte, ob er es jetzt sagen, oder zunächst noch schwiegen sollte. Er entschied sich wohl dafür mir noch ein wenig mehr zu erzählen. „Nun, dieses Buch, es ist ein Buch über den MondWald in seiner gesamten Geschichte.“
Einen Moment schien alles still zu stehen. Aber was sollte nun an einem Buch über den MondWald zu ungewöhnlich sein? Als hätte er schon wieder meine Gedanken lesen können antwortet mir MondSucht :“ Die Einen sagen, darin werden alle Rätsel vom MondWald gelöst, alle Geheimnisse, all diese kleinen Besonderheiten; andere jedoch sagen, das dieses Buch , wenn es gelesen wird, von bestimmten Personen, den MondWald verändern wird, oder das es gar aufhört zu existieren.“ Wie ein Echo verhallten seine Worte in meinem Kopf, wurden leiser und wieder lauter. Ich versuchte mir gerade klar zu werden , was er da gesagt hatte. Und ich dachte einen unmöglichen Gedanken. Sollte ich etwa diejenige sein, die dieses Buch finden sollte? Ich versuchte mir ein Bild zu machen, es aus den Informationen die ich hatte, zusammen zu setzen, doch es war nur ein verschwommenes Bild, so als würde der Regen den Blick darauf trüben. „Aber es wurde bisher von noch nie jemanden gefunden“, fügte MondSucht hinzu.
“ Woher wollt ihr denn wissen, das es dieses Buch wirklich gibt, das es nicht nur eine Legende ist?“, fragte ich schließlich Andrea.
„Es gibt Hinweise darauf, in jedem Buch, welches hier steht. Versteckte hinweise. Sie sind alle miteinander verbunden, und ergänzen sich, aber man bekommt nie ein komplettes Bild. Es gibt keine konkreten Hinweise…“
MondSucht nickte. „So ist es.“
„Das ist schon eine ganz komische Sache, findet ihr nicht?“
Andrea lachte “ Unsere gesamte Welt, der gesamte MondWald ist eine komische Sache, hast du das noch nicht gemerkt? Aber du wirst dich damit noch auseinander setzen müssen, und du wirst dich damit vertraut machen wollen, denn du bist genauso auf der Suche wie wir alle, nach Antworten auf nicht beantwortet Fragen.“
MondSucht nickte kurz und Andrea schlug ihr Buch zu, „Andrea hat ein wenig Zeit und wird sich ein wenig mit dir beschäftigen und wird dich rumführen, einführen in diese Gruppe.“ „ich bin was..?“ entfuhr es mir. Hier schien jemand über meinen Kopf hinweg entschieden zu haben, ohne mich zu fragen, ob ich das wollte. Ich schaute ihn kampflustig an. „Entschuldige,…“sagte er zu mir“, aber du weißt es doch oder? Sicherlich du kannst hier raus gehen, und kannst versuchen deinen Ausweg zu finden, aber du weiß genauso wie wir alle, das wir nicht in der Lage und nicht die Macht dazu haben hier heraus zu kommen.“ Er sah mich mit einem Male sehr ernst an.
Ja , ich war eine Weile im Wald umher gewandert und hatte nach einem Ausweg gesucht, aber immer , wenn ich dachte, ich sein angekommen und würde das Ende sehe, schien der Wald in dem Augenblick nur noch dichter zu werden. Die Seele des Waldes hatte mich hier her geführt, und würde mich so schnell nicht gehen lassen. Erst , wenn ich meine Aufgabe erledigt hätte. Doch ich konnte zur Zeit nicht sagen, ob die Seele mit mir spielte, oder mir helfen wollte.
MondSucht schien recht zu haben. „Du wirst eine Weile hier sein“, begann MondSucht. „Bis ich meine Aufgabe gefunden habe und sie für die Gruppe erledigt habe oder. Bis ich verstehe wer Wir sind.“ Es regte sich Widerstand bei diesen Worten, ich wollte nicht unter Zwang fest gehalten werden. Es regte sich etwas in mir und ich hatte das Gefühl schon mal gezwungen geworden zu sein, an einem Ort verweilen zu müssen, den ich nicht wollte. Aber ich wusste auch, es gab keine Möglichkeit zu entfliehen, und bisher war mir nichts schlechtes passiert im MondWald. Mondsucht nickte und wirkte erfreut. „Du begreifst schnell.“
MondSucht mochte ich. Er war zwar etwas kühl, unnahbar. Er erinnerte mich an jemanden, der sich wohl sehr weit weg befinden musste. Jemand der unscharf und zugleich scharf zu sehen war, je nachdem , wie er es wollte. Er war aber auch irgendwie , wie der Mond der draußen silbern schien. Er verbreitete trotz aller Unnahbarkeit eine angenehme Wärme und wohltunende Atmosphäre. „Mach dir nicht zu viele Gedanken. Die Bücher die du lesen wirst, und schreiben wirst, werden dich weiter bringen und dich in Ihren Bann ziehen.“ Ich fand es etwas erschreckend, das es so sein könnte, aber ich war fasziniert von diesen Büchern und Bildern und ihren eigenen Seelen. „Wir werden auf dich acht geben, Kyara“, versicherte er mich und schaute dabei Andrea an. „Nicht wahr, Andrea?“ Mit Andrea war ich mir noch nicht so sicher. Sie schien sehr beschäftigt mit Büchern zu sein. Ihr Geist war mir irgendwie abwesend, obwohl sie alles mitbekam , was MondSucht und ich sprachen. Ich war mir sicher, das sie mir nicht antworten würde, daher fragte ich ihn. „Was liest sie denn eigentlich für ein Buch?“ „Ich weiß es nicht, über bestimmte Bücher, höhere Bücher, bestimmte Erinnerungen, wird nicht gesprochen. Selbst wenn ich es wüsste, dürfte ich es dir nicht sagen.“ „Sie ist also schon sehr weit in ihrer Suche und dem Studium dieser Bücher?“, frage ich neugierig.
Zum ersten Mal konnte ich beobachten, wie MondSucht jemanden berührte. Er schien sehr stolz auf Andrea zu sein, so war wohl auch seine Geste, seine Berührung von Andreas Schulter zu zeigen. Andrea schien das zu wissen, es huschte ihr ein Lächeln übers Gesicht. Plötzlich drehte sie sich ruckartig um, klappte das Buch wieder zu, blicke mich sehr durchdringend an und ich konnte mich in ihren wunderschönen Augen spiegeln sehen.“ Das ist ein Geheimnis, alles ist ein Geheimnis. Hier arbeitet man in erster Linie für sich und doch arbeiten alle für die Gruppe.“ Ihr Gesicht hellte sich ein wenig auf und ein kleines Lächeln war zu erkennen.
„Willkommen in unserer Zuflucht.“

[19.08.2004][im HalbMond]
Und der Himmel verbarg sein Geheimnis vor mir

Wie rankende Arme erhoben sie die 7 Türme der Ruine gen Himmel. Im fahlen Licht des silbernen Mondes erschienen sie gespenstischer und in einer Abwehrhaltung, als wollten sie sagen, Ihr kommt an uns nicht vorbei, wenn wir es nicht wollen. Im äußersten Ring der Ruine , waren diese 7 Türme angeordnet, wie Wächter eines Schatzes. Die Dächer der Türme und der gesamten Burg erschienen in einem Moosbewachsenden grün und schienen schon so unendlich alt zu sein. Und dennoch schienen, die Türme, nein diese gesamte Burg allem zu trotzen was da kam. Dem Regen, den Gewittern, ja selbst mir.

Erschrocken fuhr ich hoch von meinem Lager. Ich war mir nicht bewusst wo ich war, und was ich hier machte. Es erschien mir alles wie ein Traum. Das ganze was ich erfahren hatte, es erschien mir jetzt wie ein Traum. Ein wenig wie ein Alptraum, aber eigentlich mehr wie eine Ahnung. Es schwirrten so viele Gedanken in mir herum. Was war geschehen, was machte ich an diesem seltsamen Ort, wo ich doch gerade noch ganz wo anders war. „WO bin ich, wer bin ich?“ , entfuhr es mir langsam und leise, aber es war ja niemand da, der mir zuhören konnte. Niemand der mich so sah. Langsam stand ich auf und spürte die Kalten Steine unter meinen Füßen. Es schien wirklich wahr zu sein, was ich hier erlebte, oder war es nur ein Alptraum, der mich in tiefster Nacht mal wieder ereilte? Ich wanderte mit nackten Füßen in diesem Raum umher. Wie bin ich hier her gekommen; ich wunderte mich. Das letzte an das ich mich erinnerte, war das Gespräch mit MondSucht und Andrea, oder war auch das nur Einbildung gewesen.
Draußen hörte ich den Donner grollen. ab und an zuckte ein gleißender Blitz durch den Himmel , als wolle er die Ruine angreifen, und versuchen ihm etwas zu entreißen. Mich fröstelte es und ich rieb mir mit den Armen die Haut warm. Du brauchst keine Angst zu haben, sagte ich mir immer wieder. Doch so ganz glaube ich mir noch nicht. Ich lief weiter in meiner Stube umher und schaute mich um, ausser den Blitzen erschien der Himmel nur erhellt durch den silbernen Mond, den ich durch die Fenster sehen konnte. Es war ein HalbMond, auf dem Weg zur vollen Blüte. Majestätisch erschien er und sein sanftes Licht beruhigte mich ein wenig. Er schien mir von hier aus viel näher als sonst. So als wäre er greifbar, als wollte sagen, liebe Kyara ich passe auf dich auf. Es war ein erwärmendes Gefühl ihn zu sehen, gerade jetzt in dieser Form.
Es regnete draußen unaufhörlich. Es war ein leichter Landregen, der eigentlich nicht zu diesem schweren Gewitter passte, welches draußen zu sehen und zu spüren war. Der Wind war nicht in der Lage den Regen, die Regentropfen durcheinander zu bringen. Egal wie stark er blies, nichts brachte sie aus der Fassung, so als würden sie sich an einer Kette befinden, für immer aneinander gekettet und sich gegenseitig schützend und behütend. Es war ein schöner Regen, ich musste ihn vom Nahen sehen. Ich fühlte wie die Angst von mir wich, wie der Regen mir Mut machte. Ich ging langsam in Richtung Fenster und fühlte mich mit jedem Schritt etwas besser. Es war nicht mehr diese große Angst in mir, diese Verwirrtheit. Es musste seine Ordnung und Richtigkeit haben, das ich hier war. Meine Zweifel wurden zwar weniger , aber dennoch blieben sie und ich wünschte mir Antworten zu all meinen Fragen. Ob ich sie jemals bekommen würde? Ich war mir nicht sicher. Ich war mir nicht einmal sicher die richtigen Fragen zu stellen oder sie überhaupt aussprechen zu können. Ich machte die Holzverschläge des Fenster auf, vor dem ich mich befand. Ich wollte den Regen berühren, ihn auf meiner Haut spüren, seine Kraft in mich aufnehmen, um der kommenden Aufgaben und Erfahrungen gerecht zu werden. Mit beiden Händen streckte ich mich dem Regen entgegen, aber ich kam nicht ganz heran. Ohne mir recht zu überlegen was ich tat, kletterte ich langsam auf dem Sims. Von hier aus konnte ich es spüren, die Energie, wie sie mich durchströmte, mir Wärme gab, inmitten dieses Sturmes, der da draußen tobte. Ich betrachtete den Himmel, wann immer ein Blitz die pechschwarze Nacht erhellte, konnte ich den Wald sehen. Es schien mir, als würde er enger um uns herum liegen, als es sonst der Fall war. Wollte er uns beschützen, wollte er uns einsperren? Im dunklen der Nacht versuchte ich die Sterne zu sehen und sie zu zählen. Aber egal wie intensiv ich schaute, außer dem Mond , der silbern über mir schien, konnte ich nichts erkennen. Ich verlor mich in Zeit und Raum und spürte nur die Wärme des Regens und betrachtete das geheimnisvoll Licht , welches vom Mond ausging. Gehörte er zum Geheimnis des MondWaldes, er hatte sicher was damit zu tun. Aber nur was.
Ich wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, als mir plötzlich bewusst wurde, das ich nicht alleine im Zimmer war. Ich drehte mich um, und tatsächlich MondSucht stand dort, an der Tür, kerzengerade, wie es für ihn typisch war, nicht bewegendend. Seine Augen waren auf mich gerichtet und doch schien er nicht an mir als Person interessiert zu sein, sondern nur an der Situation in der er mich antraf. Wieder überkam mich das Gefühl, es nicht mit einem lebenden , fühlenden Mensche zu tun zu haben, sondern mit einem anderen Wesen, höher stehendes Wesen. Er schien nicht von dieser Welt. Er füllte mir seiner Statur, die schlank und zart war, den ganzen Bogen der Tür aus, ohne sie jedoch nie zu berühren. Eine Aura der Vollkommenheit und Ruhe umgab ihn. Würde die Ihn nie etwas aus der Verfassung bringen, fragte ich mich, aber noch mehr fragte ich mich. Wer bist du MondSucht?
Für einen winzigen Moment , schien ein Lächeln, sein Gesicht zu streifen, doch es war nicht greifbar, nicht real, es schien schon vorbei ehe es angefangen hatte. Ich fragte mich, wieso stand er gerade jetzt dort? Wieso war er immer zur Stelle, wenn Fragen waren, wenn ich etwas nicht wusste.
„Kyara, bitte steige von dem Sims herunter. Es lauern Gefahren, von denen du noch nichts weißt. Ich bin hier um dich zu leiten und auch um auf dich auf zu passen.“ „Du musst nicht auf mich nicht auf mich aufpassen“, erwiderte ich barsch. Und im selben Moment tat es mir leid, so unbeherrscht gewesen zu sein, ich war doch nur erschreckt gewesen, plötzlich jemanden im Zimmer zu haben. Wusste er denn nicht, das ich es nicht mochte, erschreckt zu werden, das ich Todesangst dabei bekam, wenn jemand fremdes in mein Zimmer eindrang…
Nein er konnte es ja gar nicht wissen, wie sollte er auch, ich hatte es ja niemanden erzählt. „Wie lange bist du denn schon hier?“, fragte ich freundlicher aber fester Stimme, als wollte ich mich gegen seine Macht, mich einzuhüllen, stellen.
„Kyara, wir sagten dir doch schon, hier vergeht die Zeit nicht so wie du sie benutzt. Ich stehe erst seit kurzem hier und doch stehe ich auch schon hier, bevor du hier ankamst.“ Ja dachte ich, er hatte Recht, er hatte mir davon erzählt, oder war es ein Traum gewesen, war all dies ein Traum? Nein in einem Traum spürte man nicht diese Wärme des Regens, konnte die Kraft in einem aufsteigen spüren.

Mitten im Zimmer, in dieser Ruine, da stand ich , leicht bekleidet mit einem Schlafkleid, welches ich nicht kannte und starrte mit großen Augen MondSucht an. Was würde jetzt kommen, was würde er jett sagen. Er schien immer etwas zu sagen zu haben, wenn ich ihn sah. Manchmal war er spurlos verschwunden, nachdem er mir etwas gesagt hatte. Was war es dieses Mal, würde er mich wieder so schnell verlassen? Während ich auf seine Worte wartete, versuchte ich aus den Erinnerungen, die ich für Träume hielt, ein Bild zu erschaffen. Da war Seele, der kleine mysteriöse junge im Wald, da war die Hütte, da war die Ruine, diese Halle mit den Treppen, da war MondSucht, da war Andrea, aber was war da noch. Es erschienen Bilder vor meinem innern Auge , die ich nicht zu deuten wusste. Was waren dies für Bilder. MondSucht gib mir Antworten, flehte ich innerlich. Wer war ich, und warum war ich hier.
„Was hast du Kyara?“ Ich erschrak, seine Worten waren nicht lauter als ein Flüstern gewesen, aber sie trafen mit voller Wucht seiner Persönlichkeit. Sie durchdrangen mich, als würde sie ihre Antwort suchen, ohne das ich reden musste. Ja was war mit mir. Wie ein kleines Häufchen Elend, wie ein kleines Kind, stand ich hier , inmitten dieser Ruine. MondSucht machte einen Schritt auf mich zu, als wolle er seiner Stimme Nachdruck verleihen, doch das war gar nicht nötig. Sein Verhalten, seine Unnahbarkeit, seine Stimme flößte jedem von uns soviel Respekt ein, da brauchte er das gar nicht mehr machen. Was sollte ich antworten. Was ist? Seine Worte hallten noch in meinem Kopf herum , als hätte er sie direkt dorthin hinein geredet.
Ohne auf meine Worte zu warten, fuhr MondSucht fort. „Dir ist kalt Kyara, du solltest dir etwas anziehen, es wird Zeit. Ich möchte das du dir etwas anziehst und dann mit mir herunter gehst.“ Er schaute sich dabei kaum merklich um, als erwartete er jeden Augenblick etwas negatives. Aber Zeit wofür? Was würde geschehen, könnte ich es beeinflussen, würde ich es wollen? Mit einer kleinen Geste wies er mir den Weg zu einem großen Schrank, aus schwarzen Holz mit eingeschnitzt Monden und Sternen. Ich ging ein Schritt darauf zu und schaute unschlüssig auf den Schrank, sollte ich ihn öffnen. Es wurde mir tatsächlich kälter, als würde die Energie des Regens nicht mehr wirken und würden mich langsam durch die Füße verlassen. Ich schaute MondSucht an und er nickte nur kurz, als wüsste er, was ich fragen wollte. Ich öffnete die Tür und erwartete die Kleidung , die vorher immer angehabt hatte. Aber ich wurde überrascht, ein neues, tiefdunkelrotes Samtkleid erwartete mich. Es sah bezaubernd aus, und als ich es angekleidet hatte, passte es mir , wie als wäre es für mich geschaffen ward. Ich fühlte mich sofort wohl in diesem Kleid, woher wussten sie, das ich ein tiefdunkles rot so sehr mag. Dazu gab es leichte Sandalen, formvollendet in den Rundungen, legte es sich um meine Fußfesseln. Man fühlte sich direkt wohl. MondSucht sah mich an und sagte, „Ja , wie wir erwarteten. Es passt dir Kyara. Durchaus, er hatte recht, die Ähnlichkeit zu Andrea ist stark, es steht dir wirklich gut.“ Wie komisch mir doch seine Stimme vorkam, wie er es sagte. Es war voller Gefühle, das war ich nicht gewohnt von MondSucht, was war mit ihm los? Für einen Augenblick, zuckte eine Ausdruck von Melancholie in seinem Gesicht. War er es, der das aussprach, oder sprach er das aus, was jemand anders dachte? Diese Ausdruck in seinem Gesicht, dauerte nur wenige Sekunden und war sofort wieder weg. Er schaute mich wieder an, wie sonst auch, als hätte es das eben gesagte nicht gegeben.